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Tourenplanung

Die Tourenplanung basiert auf einer automatischen Bewertungslogik, die für jeden Monteur, bzw. jede Monteurin eine möglichst effiziente und zugleich fachlich sinnvolle Reihenfolge der zugewiesenen Aufträge ermittelt. Ziel der Planung ist es, Fahrzeiten zu reduzieren, regionale Zusammenhänge zu berücksichtigen und gleichzeitig sicherzustellen, dass überfällige Wartungen bevorzugt abgearbeitet werden.

Die automatische Disposition arbeitet dabei nicht mit festen Regeln wie "immer der nächste Auftrag", sondern mit einer mehrdimensionalen Kostenfunktion. Für jeden möglichen Folgeauftrag werden Bewertungspunkte berechnet. Der Auftrag mit der niedrigsten Gesamtbewertung wird als nächster Termin in die Tour aufgenommen.

Grundprinzip der Tourenplanung

Die Tourenplanung arbeitet schrittweise. Ausgangspunkt ist entweder:

  • die Startkoordinate des Monteurs (Firmensitz oder Heimatort),
  • ein bereits disponierter Auftrag,
  • oder ein fixierter Termin innerhalb des Tages.

Von diesem Punkt aus wird jeweils der fachlich und geografisch günstigste Folgeauftrag gesucht. Dabei berücksichtigt die Planung insbesondere:

  • die Entfernung zur nächsten Anlage,
  • die zeitliche Abweichung vom geplanten Wartungstermin,
  • bestehende Dispositionsgruppen,
  • Orts- und Straßenbezüge,
  • fixierte Termine,
  • die Rückkehr zum Ausgangspunkt,
  • Arbeitszeiten und Pausen,
  • sowie die zeitliche Erreichbarkeit weiterer Termine.

Bewertungslogik

Für jeden möglichen Folgeauftrag wird eine Gesamtbewertung berechnet.

Grundsätzlich gilt:

  • Niedrige Bewertung = günstiger Auftrag
  • Hohe Bewertung = ungünstiger Auftrag

Die Bewertung setzt sich aus mehreren Teilbewertungen zusammen.

Entfernung zum aktuellen Standort

Je näher eine Anlage am aktuellen Standort des Monteurs liegt, desto geringer fällt die Bewertung aus. Dadurch entstehen möglichst kurze Fahrwege und kompakte Touren.

Terminabweichung

Mit zunehmender Überschreitung des Wartungszeitraums sinkt die Bewertung. Dadurch werden ältere beziehungsweise überfällige Wartungen bevorzugt disponiert. Nicht überfällige Anlagen erhalten dagegen einen deutlichen Bewertungsaufschlag, damit überfällige Anlagen stets bevorzugt behandelt werden.

Dispositionsgruppen

Mehrere Aufträge können zu einer Dispositionsgruppe zusammengefasst werden. Eine Dispositionsgruppe beschreibt fachlich zusammengehörige Aufträge, die möglichst gemeinsam disponiert werden sollen. Die Tourenplanung versucht daher bevorzugt, innerhalb derselben Dispositionsgruppe zu bleiben, bevor andere Aufträge berücksichtigt werden. Das Verlassen einer Dispositionsgruppe führt zu einem hohen Bewertungsaufschlag.

Tagesdispositionsgruppen

Tagesdispositionsgruppen stellen einen Sonderfall dar.Sie beschreiben Auftragsgruppen, die an einem Tag vollständig abgearbeitet werden müssen. Wird ein Auftrag einer solchen Gruppe disponiert, versucht die Planung automatisch auch die übrigen Aufträge dieser Gruppe einzuplanen. Dabei darf die normale Tagesgrenze überschritten werden. Die Tagesdispositionsgruppe hat damit Vorrang vor:

  • Arbeitszeitgrenzen,
  • Segmentgrenzen,
  • und regulären Tagesabbruchsbedingungen.

Orts- und Straßenbezug

Die Tourenplanung berücksichtigt zusätzlich geografische Hierarchien.

Straßenbezug

Solange sich der Monteur innerhalb derselben Straße bewegt, entstehen geringere Bewertungen. Das Verlassen der Straße führt zu einem Bewertungsaufschlag. Dadurch werden bevorzugt zunächst alle Wartungen innerhalb derselben Straße disponiert.

Ortsbezug

Zusätzlich wird bewertet, ob ein Ortswechsel erforderlich ist. Das Verlassen eines Ortes erzeugt höhere Bewertungen als ein Straßenwechsel. Dadurch versucht das System möglichst lange innerhalb desselben Ortes zu bleiben.

Fixierte Termine

Bereits manuell festgelegte Termine werden von der automatischen Planung berücksichtigt. Die Tourenplanung unterteilt den Arbeitstag hierzu automatisch in mehrere Segmente.

Beispiel:
08:00 - 10:00 freies Segment
10:00 - 11:00 fixierter Termin
11:00 - 16:00 freies Segment

Innerhalb eines Segments werden nur solche Aufträge disponiert, die noch rechtzeitig vor dem nächsten fixierten Termin abgeschlossen werden können.

Zusätzlich berücksichtigt die Bewertungslogik die Entfernung zum nächsten fixierten Termin. Dadurch entstehen auch zwischen fixierten Terminen möglichst sinnvolle Fahrwege.

Rückkehr zum Ausgangspunkt

Die Tourenplanung berücksichtigt optional auch die Rückkehr zum Ausgangspunkt der Tour. Dadurch wird verhindert, dass der letzte Auftrag des Tages weit entfernt vom Startpunkt disponiert wird, obwohl die eigentliche Wartung selbst günstig gewesen wäre. 

Die Bewertungslogik berücksichtigt deshalb zusätzlich:

  • Entfernung aktueller Standort → Auftrag
  • Entfernung Auftrag → Rückkehrpunkt

Dadurch entstehen insgesamt ausgeglichenere Tagestouren.

Arbeitszeiten und Pausen

Die Tourenplanung berücksichtigt:

  • Arbeitsbeginn,
  • Arbeitsende,
  • Mindestfahrzeiten,
  • Rundungsraster,
  • sowie Mittagspausen.

Die Mittagspause wird automatisch ungefähr zur Tagesmitte eingeplant und segmentübergreifend berücksichtigt. 

Zusätzlich können Fahrzeiten auf ein frei definierbares Zeitraster gerundet werden, beispielsweise:

  • 1 Minute
  • 5 Minuten
  • 10 Minuten
  • 15 Minuten

Mindestfahrzeiten

Für jeden Monteur kann eine Mindestfahrzeit definiert werden. Diese Mindestfahrzeit wird auch dann berücksichtigt, wenn die tatsächliche Fahrstrecke rechnerisch kürzer wäre. Dadurch lassen sich unrealistische Kurzfahrten vermeiden.

Transparenz der Tourenplanung

Für jeden automatisch disponierten Auftrag erzeugt das System eine detaillierte Bewertungsbegründung. Die Begründung enthält unter anderem:

  • Gesamtbewertung,
  • Entfernungskosten,
  • Bewertung der Rückkehrstrecke,
  • Zuschläge für Ortswechsel,
  • Zuschläge für Gruppenwechsel,
  • Terminbewertung,
  • sowie Informationen zum zweitbesten Kandidaten.

Dadurch kann jederzeit nachvollzogen werden:

  • warum ein Auftrag ausgewählt wurde,
  • warum andere Aufträge zurückgestellt wurden,
  • und welche Faktoren die Entscheidung beeinflusst haben.

Technischer Hintergrund

Die Tourenplanung arbeitet nicht mit festen Regeln oder vollständigen Tagesoptimierungen, sondern mit einer iterativen Bewertungsstrategie.

Vorteile dieses Ansatzes:

  • gute Nachvollziehbarkeit,
  • flexible Erweiterbarkeit,
  • robuste Verarbeitung großer Auftragsmengen,
  • einfache Berücksichtigung fachlicher Sonderfälle.

Die Bewertungslogik kann über verschiedene Parameter individuell angepasst werden.

Hierzu gehören insbesondere:

  • Entfernungsbewertung,
  • Terminbewertung,
  • Mindestfahrzeiten,
  • sowie Toleranzen für Wartungsfenster.

Dadurch kann die Tourenplanung optimal an die jeweiligen organisatorischen Anforderungen angepasst werden.

 
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